Liquidität in Zeiten von Corona

Aktualisiert: März 23



1. Liquidität wird durch Corona für alle zum Thema


Selbst Unternehmer, die sich früher nicht um ihre Liquidität gekümmert haben,

kommen seit 2020 nicht mehr drum herum. Ein durchdachtes

Liquiditätsmanagement und eine regelmäßige Liquiditätsplanung waren und sind

das A und O für jeden Unternehmer, um sein Unternehmen auch in solch

unsicheren Zeiten erfolgreich führen zu können. Im Nachhinein ist man

bekanntlich immer schlauer, aber man sollte diese Erkenntnis, die man nun dank

Corona bekommen hat, als Anstoß nehmen, die eigene Liquiditätsplanung nicht

mehr aufzuschieben, sondern jetzt in Angriff zu nehmen. Über seine bestehenden

Zahlungsverpflichtungen und Einnahmen nicht nur „gefühlsmäßig“ Bescheid zu

wissen, macht den unternehmerischen Unterschied – das macht Corona nun

noch mal mehr deutlich.


Der Betrieb muss wochenlang geschlossen bleiben, der Bauauftrag wird in letzter

Minute auf Eis gelegt oder einer der wichtigsten Kunden hat Insolvenz

angemeldet - seit Beginn der Corona-Krise ist so ziemlich jeder erdenkliche

unternehmerische Albtraum Realität geworden. Die oft drastischen

Umsatzeinbrüche haben viele Unternehmer in eine finanzielle Schieflage

gebracht, die sich negativ auf die Liquidität auswirkt und weitreichende Folgen für

das Unternehmen haben kann.


2. Corona-bezogene Maßnahmen zur kurzfristigen Liquiditätssicherung


Um den Unternehmen zu helfen, dieser Schieflage entgegenzuwirken, hat der

Staat umfangreiche Maßnahmen zur Liquiditätssicherung verabschiedet.


Kurzarbeitergeld

Durch die Beantragung von Kurzarbeitergeld können die meist nicht

geringen Personalkosten kurzfristig deutlich gesenkt werden. Durch das

Kurzarbeitergeld reduziert sich die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter, die damit

einhergehende Lohndifferenz wird teilweise durch die Agentur für Arbeit

ausgeglichen. Dies soll zum einen dazu beitragen, dass Unternehmen ihre

Liquidität besser steuern können, zum anderen werden Entlassungen

vermieden. Die Förderung durch das Kurzarbeitergeld ist bis Ende 2021

verlängert worden.

Alle wichtigen Informationen und Voraussetzungen zum Kurzarbeitergeld

finden Sie auf der Website der Agentur für Arbeit und auf der Website

des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.


Staatliche Hilfen

Um betroffenen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, auf die

Auswirkungen von Corona zu reagieren und ihre Zahlungsfähigkeit zu

sichern, wurden staatliche Hilfspakete geschnürt. Dazu gehören die

Überbrückungshilfe I-III, die November- und Dezemberhilfe sowie die

Neustarthilfe. Die Neustarthilfe ist für Solo-Selbstständige gedacht, die ihre

wirtschaftliche Tätigkeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 nur eingeschränkt

ausüben können und nur geringe Fixkosten haben.


Die Überbrückungshilfe hilft Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis

zu 750 Millionen Euro, Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und

gemeinnützigen Unternehmen und Organisationen, die hohe Corona-

bedingte Umsatzeinbußen haben, ihre Fixkosten zu decken. Die

außerordentlichen konjunkturellen November- und Dezemberhilfen

unterstützen Vereine, Unternehmen und Selbstständige, die von Corona-

bedingten Ausfällen betroffen sind, ab dem 2. November 2020 mit einem

einmaligen Zuschuss von bis zu 75 % des Umsatzes im November bzw.

Dezember 2019.

Alle Informationen zu den aktuellen Förderungen, Antragsfristen und

Antragsformularen finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums der Finanzen:

www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.


3. Unternehmensinterne Möglichkeiten zur Liquiditätssicherung


Neben den beschriebenen Corona-bezogenen Maßnahmen gibt es für

Unternehmen Möglichkeiten, ihre eigene Liquidität intern zu optimieren.


Optimierung des Rechnungsmanagements

Die Optimierung des eigenen Rechnungsmanagements kann Ihnen helfen,

liquide Mittel freizusetzen und Ihre Liquidität kurzfristig zu sichern. Die

folgenden Maßnahmen helfen Ihnen dabei:

  1. Zeitnahe und richtige Rechnungsstellung: Um einen schnellen Zahlungseingang zu erreichen, sollte die Rechnungsstellung möglichst schon nach einem Tag nach der Leistungserbringung erfolgen und alle nötigen Angaben in richtiger Form enthalten. Fehlerhafte Rechnungen werden von Unternehmen oft nicht akzeptiert und müssen nochmals gestellt werden. Ein doppelter Check lohnt sich also.

  2. Vereinbarung verlängerter Zahlungsziele mit Lieferanten: Die Liquidität leidet, wenn die Zahlungsziele im Einkauf kürzer sind als im Verkauf. Deshalb sollte man mit dem Lieferanten über verlängerte Zahlungsziele sprechen. Bei guter Zusammenarbeit ist eine Verlängerung des gesetzlichen Zahlungsziels von 30 Tagen auf ein Zahlungsziel von 60 Tagen netto und 3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 30 Tagen durchaus realistisch.

  3. Schnellere Zahlungseingänge erreichen: Durch kürzere Zahlungsziele oder die Gewährung von Skonto bei schneller Bezahlung, können Kunden, die länger für ihre Bezahlung brauchen zu einem schnellen Zahlungseingang motiviert werden. Der Nachlass durch Skonto sollte aber unbedingt bei der Preiskalkulation berücksichtigt werden, damit der Gewinn nicht darunter leidet.

  4. Konsequentes Forderungsmanagement: Die Leistung ist erbracht, aber der Kunde zahlt nicht? Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch schlecht für die eigene Liquidität. Um dies zu vermeiden, sollte in der Rechnung statt eines Zeitraums ein eindeutiger Zahlungstermin definiert werden. Diese klare Angabe lässt keinen Raum für Missverständnisse auf Kundenseite.


Strukturelle Veränderungen

Neben den kurzfristigen Maßnahmen kann die Liquidität mittel- bis

langfristig durch strukturelle, unternehmensinterne Veränderungen

verbessert werden. Diese Anpassungen helfen Ihnen, die Liquidität zu sichern:

  1. Abbau von Vorräten und Lagerbeständen: Lagerbestände binden Kapital und erhöhen das Risiko von Schwund, Verderb und Diebstahl. Halten Sie die Lagerbestände immer nur so hoch, dass eine reibungslose Produktion gewährleistet ist.

  2. Vorbeugen von Zahlungsausfällen und -verzögerungen: Indem Sie die Bonität Ihrer Kunden regelmäßig und gewissenhaft prüfen, halten Sie das Risiko von Zahlungsausfällen gering.

  3. Umschuldung in Betracht ziehen: Prüfen Sie, ob längere finanzielle Engpässe, die bisher durch den Kontokorrentkredit kompensiert wurden, besser durch einen regulären, längerfristigen Kredit finanziert werden könnten.

  4. Überprüfung von Investitionen: Vergleichen Sie Preise und Kosten und überlegen Sie genau, wann der richtige Zeitpunkt für eine Investition ist.

  5. Vermietung von Anlagevermögen: Anlagevermögen, welches nicht oder nur selten genutzt werden, z. B. leere Büro- und Lagerräume oder Maschinen, können vermietet oder mit anderen Unternehmen geteilt werden.

  6. Vergessene Abonnements aufdecken: Überprüfen Sie Ihre (Software-)Abonnements und hinterfragen Sie deren Nutzung kritisch. Hier lauern oft ungeahnte Einsparpotenziale.


4. Liquidität planen und managen


Auch wenn klar ist, dass Liquiditätsmanagement ein wichtiges Instrument für den

unternehmerischen Erfolg ist, ist es meist nur ein fester Bestandteil in der

Finanzabteilung größerer Unternehmer. Durch Corona hat das

Liquiditätsmanagement für viele Unternehmen mehr an Bedeutung und

Beachtung gewonnen und dies sollte sich auch nach der Krise nicht ändern. Mit

tidely geben wir Unternehmen ein Tool an die Hand, das Ihnen in Echtzeit zeigt,

welche Auswirkungen das Drehen der einzelnen beschriebenen Stellschrauben

auf Ihre Liquidität hat. tidely geht mit ihnen den Weg zum erfolgreichen

Liquiditätsmanagement geht - auch nach Corona.




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